Sybj Erdnuss - In Sweden

Vor ein paar Tagen bin ich von meiner 10-wöchigen Reise durch Nord- & Osteuropa zurück gekehrt. Es ist nur ein kurzer Zwischenstopp hier in der Schweiz. Zeit, um umzupacken, um Freunde & Familie zu treffen, und um die vielen Erlebnisse etwas setzen zu lassen. Denn "nach dem Reisen ist vor dem Reisen" und Anfang November reise ich weiter in Richtung Mittelamerika. Das Zuhause-Sein in meinem bekannten Umfeld gibt mir gerade den notwendigen Gegenpol zum Abenteuer der letzten Wochen. Ich kann die Eindrücke und Reize der Reise verarbeiten und die eine oder andere Erkenntnis gewinnen. Vom Reisen bleiben mir nicht nur tolle Erinnerungen an Unternehmungen und Begegnungen, sondern auch Einsichten und Erfahrungen für meine persönliche Weiterentwicklung. Ein paar Erkenntnisse, die ich unterwegs gewonnen habe, möchte ich euch nicht vorenthalten.

Sybj Erdnuss - In Warsaw
Sybj Erdnuss - In Sweden
Sybj Erdnuss - In Warsaw

Höre auf dein Bauchgefühl

Gerade beim Reisen bin ich vielen unbekannten Orten und unvorhersehbaren Situationen ausgesetzt. Da scheint es mir essentiell, auf meine innere Stimme zu hören. Sei dies beim Entdecken einer neuen Stadt, bei einem Aufenthalt in einer Unterkunft oder beim Kennenlernen von neuen Leuten. Ich versuche auf meinem Instinkt zu vertrauen, wenn ich an einem Ort oder mit einer Person ein schlechtes Gefühl habe. Das kann bedeuten, dass ich die Unterkunft wechsle oder mich spontan für eine bestimmte Route entscheide. Eine Mischung aus meiner Intuition und gesundem Menschenverstand hat bisher gut funktioniert.

Schaffe genügend Raum für deine Bedürfnisse

Für mich bedeutet dies eine Verschnaufpause nach einer langen Wanderung, ein Netflix-Nachmittag im Bett, auch wenn draussen die Sonne scheint oder ein Unterbruch vom Reisealltag, wenn mir das ständige Planen, Organisieren und Entscheiden schwer fällt. Oder auch meinen Mitreisenden mitzuteilen, dass ich Zeit für mich brauche. Dann verbringe ich ein paar Nächte alleine an einem Ort. So habe ich genügend Spielraum für mich und meine Bedürfnisse und bin dann wieder offen für Gesellschaft und gemeinsame Unternehmungen.

Mache Fehler und lerne

Es ist unangenehm, wenn ich hilflos vor einem Ticketautomaten in der Strassenbahn von Göteborg stehe, weil ich das Ticketsystem nicht kenne. Ja manchmal stelle ich mich womöglich doof an und mache mich etwas lächerlich. Doch mir ist das lieber, als zu stolz zu sein, Fehler zu machen. Ich versuche mich nicht allzu ernst zu nehmen (das klappt nicht immer, aber ich arbeite daran) und einfach auszuprobieren. Denn wenn ich nichts Neues probiere, dann entwickle ich mich auch nicht weiter.

Sybj Erdnuss - In Norway
Sybj Erdnuss - In Norway

Sei öfter spontan und planlos

Bei meiner Reise hat die Organisation sehr viel Raum eingenommen, denn einige Vorhaben brauchten während der Hauptsaison ein Minimum an Planung. Ich habe Sicherheit vor Risiko gewählt und somit etwas an Spontanität eingebüsst. Was schade ist, denn für mich ist spontan zu sein das Schönste am Reisen. Keinen Plan zu haben, führt oft an die wunderbarsten Orte und zu tollen Begegnungen. Denn wenn nichts sicher ist, ist alles möglich. Memo an mich selbst: finde eine gute Balance zwischen Planung und Flexibilität.

Probleme reisen mit

Egal wohin ich gehe und wie weit ich reise, von meinen Problemen kann ich nicht davon laufen. Bestimmte Muster oder Rahmenbedingungen lassen sich auch auf einer langen Reise nicht so leicht abschütteln. Doch die veränderte Umgebung ermöglicht mir zumindest eine neue Perspektive auf die Dinge und hilft mir, die Herausforderungen mit anderen Augen sehen. Oft ergeben sich unterwegs neue Lösungsansätze oder die Probleme relativieren sich. Und Zuhause habe ich oft einen frischeren Blick auf bestimmte Gegebenheiten.

Reise leicht

Mein persönlicher Leitspruch lautet "Mit leichtem Gepäck um die Welt" und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich noch Luft nach oben habe. Ein paar wenige Kleidungsstücke hätte ich auf dieser Reise weglassen können. Denn in den Hostels und Airbnb's konnte ich jeweils die Waschmaschine kostenlos oder für einen kleinen Aufpreis benutzen. Kleinere Kleidungsstücke habe ich auch mal von Hand gewaschen. Für die nächste Reise versuche ich, ein paar Teile weniger mitzunehmen. Vielleicht hilft da auch einfach ein kleinerer Rucksack 😉

Sybj Erdnuss - Hiking in Sweden
Sybj Erdnuss - Traveling in Vilnius

Sei aufgeschlossen

Ich habe gelernt, dass es sich immer lohnt auf Menschen zuzugehen. Für mich fühlt es sich wahnsinnig bereichernd an, wenn ich mit fremden Menschen ins Gespräch komme. In kurzer Zeit ist dann oft eine Vertrautheit da und ich erfahre Persönliches aus ihrem Leben. Ich werde mit Vertrauen, einem netten Gespräch, einem Lächeln und manchmal sogar einer gemeinsamen Aktivität beschenkt. Und mit einer schönen Erinnerung - unbezahlbar! Außerdem erinnern mich solche Begegnungen daran, dass die Menschen im Grunde gut und aufgeschlossen sind.

Alles was du brauchts, passt in einen Rucksack

Die letzten paar Monate lebte ich aus meinem Rucksack und ich vermisste nichts. Alles was ich brauchte, passte in mein Gepäck. Zuhause haben mich meine materiellen Dinge dann etwas überfordert, obwohl ich gar nicht mehr so viele Dinge besitze. Kurz nach meiner Rückkehr habe ich mein Hab und Gut erneut aussortiert und überflüssige Dinge weggegeben. Wenn ich etwas beim Reisen gelernt habe, dann dass mich zu viele Besitztümer nicht glücklich machen. Am Ende des Tages sind es die Erlebnisse und Menschen, die mein Leben bereichern.

Home sweet Home

Wie schön es ist nach Hause zu kommen! Für mich ist es wertvoll zu wissen, dass ich ein Zuhause habe, zu dem ich jederzeit zurück kehren kann. Ich bin dankbar für die wundervollen Menschen in meinem Leben, die sich Zeit für mich nehmen und für mich da sind. Kehre ich von einer langen Reise zurück, lerne ich meine Familie und Freunde noch mehr zu schätzen. Ich danke euch, ihr seid die Besten!