Was möchte ich für den Rest meines Lebens tun? Vor mehr als zwei Jahren hat diese Frage den entscheidenden Impuls gegeben, mein Leben grundlegend umzukrempeln. Allerdings war allein mit dieser Entscheidung für mich noch nicht alles getan. Die "Gefahr", mich in dem Hamsterrad wiederzufinden, aus dem ich zu entkommen versuchte, lauerte weiterhin. Mir wurde bewusst: Wenn ich tatsächlich mein Leben verändern wollte, musste ich meinen bisherigen Weg verlassen.
Im Februar 2023 war ich nach 6 Monaten reisen in Nordeuropa und Mittelamerika nach Hause zurückgekehrt. Unter anderem hatte mein Kontostand mich dazu bewogen. Ich hatte mein Erspartes für das Unterwegssein, für das Stillen meiner Abenteuerlust ausgegeben. Für mich hiess es, Arbeit zu finden und Geld zu verdienen. Das Leben als Nomadin hatte mich in seinen Bann gezogen und ich wollte damit weiterfahren. Jede Reise geht irgendwann zu Ende und für eine neue brauchte ich finanzielle Mittel.
Eine temporäre Arbeitsstelle fand ich zum Glück schnell. Ich realisierte, wie sehr es mir gefehlt hatte, wieder in einem Team zu arbeiten und Kopfarbeit zu leisten. Die grauen Zellen wurden beim Planen meiner Reiserouten anders beansprucht, als beim Lösen von vielseitigen administrativen Aufgaben. Ich saugte bei der Arbeit alles Neue auf und hatte Spass an den Herausforderungen, die die Büroarbeit mit sich brachte. Nach ein paar Monaten merkte ich jedoch, wie bei mir die unbeliebte Routine einkehrte. Das lag weniger an der Arbeitsstelle oder den Aufgaben, als an meinem abenteuerlustigen Charakter. Ich stellte fest, dass mir die Arbeit, die ich ausführte Freude machte und ich mich gleichzeitig nach dem Unterwegssein zurücksehnte. Ich steckte in einem Dilemma und ich frage mich: Wie kann ich meine Arbeit ausführen und gleichzeitig meinen Reisehunger stillen?
Immer wieder stellte ich mir die Frage, wie ich meine Leidenschaft fürs Reisen mit meiner beruflichen Tätigkeit vereinen könnte. Wenn mein Umfeld nach meinen Zukunftsplänen fragte, antwortete ich, dass ich nicht nur reisen, sondern während meiner Abenteuer auch online arbeiten wollte. Selbst bei meinem temporären Arbeitgeber tastete ich vorsichtig ab, ob die Rahmenbedingungen für eine ortsunabhängige Tätigkeit gegeben wären. Meine Beharrlichkeit zahlte sich aus, und schliesslich konnte ich meine Anstellung unter meinen gewünschten Bedingungen verlängern: flexibel arbeiten in Bezug auf Zeit und Ort.
Kurz darauf kontaktiere mich zudem ein guter Freund. Er war ein einer gemeinsamen Zusammenarbeit interessiert und fragte mich für Unterstützung an. Er ist der Gründer des Startups Consolitech Switzerland AG. Das Startup hat die Vision, seinen Kunden finanzielle Gesundheit durch einen ganzheitlichen Ansatz zu ermöglichen. Und dies durch eine ausgeklügelte Plattform und massgeschneiderte Services. Ich habe mich sofort für die Zusammenarbeit begeistert und erhalte die Chance, von unterwegs aus zu arbeiten.
Diese beruflichen Vereinbarungen schenken mir die Freiheit, die ich immer gesucht hatte. Ich kann meine Arbeit ausüben, Geld verdienen und gleichzeitig meine Leidenschaft fürs Reisen ausleben. Und so schaffe ich es, die Kluft zwischen Arbeit und Abenteuer zu überbrücken. Vor mehr als zwei Jahren war mein Ziel, mehr zu reisen und unterwegs zu sein. Dank meinen bewussten Entscheidungen und Handlungen befinde ich mich einmal mehr an diesem Punkt: diesmal in Nicaragua.
Wie es bei mir beruflich, nomadisch und abenteuerlich weitergeht, verrate ich dir in einem nächsten Post. Ich freue mich darauf, dir mehr über meine Projekte hier in Nicaragua zu erzählen. Danke fürs Mitreisen, auf bald!

